Ziele und Aufgaben

Wo Men­schen auf­ein­an­der ange­wie­sen sind, kommt es immer auch zu Span­nun­gen.

Die Ein­rich­tung einer Beschwer­de­stel­le zeigt an, dass es Grund zu Bean­stan­dun­gen gibt – trotz aller Fort­schrit­te in der Behand­lung und Betreu­ung von Men­schen mit see­li­schen Erkran­kun­gen.


Die Qua­li­tät der Ver­sor­gung zeigt sich dar­in, dass die Pro­ble­me ange­spro­chen wer­den.

Beson­ders belas­tend sind bei­spiels­wei­se

  • die Ein­schrän­kung der per­sön­li­chen Frei­heit
  • eine zu gerin­ge Ein­be­zie­hung der Betrof­fe­nen in Ent­schei­dun­gen,
  • man­gel­haf­te Auf­klä­rung der Betrof­fe­nen über Kon­se­quen­zen der Ent­schei­dun­gen und über ihre eige­nen Rech­te
  • ein unan­ge­mes­se­ner Umgangs­ton
  • Situa­tio­nen, in denen Pati­en­ten, Betreu­te oder Ange­hö­ri­ge sich nicht ernst genom­men füh­len

Beschwer­den kön­nen auf ver­schie­de­nen Wegen vor­ge­bracht wer­den (s. „Kon­takt”).

Wer eine Beschwer­de anhört oder liest, wird zunächst bemüht sein, zu ver­ste­hen, was den Beschwer­de­füh­rer belas­tet.

Dann muss das Ziel der Beschwer­de geklärt wer­den. Wir kön­nen selbst­ver­ständ­lich kein gel­ten­des Recht ändern, kei­ne Stra­fen ver­hän­gen, aber wir kön­nen in vie­len Fäl­len ver­mit­teln, auch infor­mie­ren über Schrit­te, die der Beschwer­de­füh­rer tun kann.

Dabei ist die Beset­zung der Beschwer­de­stel­le mit Psych­ia­trie­er­fah­re­nen, Ange­hö­ri­gen und mit Fach­leu­ten aus ver­schie­de­nen Arbeits­ge­bie­ten hilf­reich. Bei der Bera­tung des wei­te­ren Vor­ge­hens wir­ken die Mit­glie­der der Beschwer­de­stel­le zusam­men.

Kein Schritt soll ohne das Ein­ver­ständ­nis der Beschwer­de­füh­rer getan wer­den. Zu jedem Zeit­punkt hat er, sie das Recht, die Beschwer­de zurück­zu­zie­hen.

Die Mit­ar­bei­te­rIn­nen der Beschwer­de­stel­le sind zur Ver­schwie­gen­heit ver­pflich­tet.

Die Beschwer­de­stel­le legt dem Sozi­al­psych­ia­tri­schen Ver­bund und dem Sozi­al­aus­schuss des Land­krei­ses einen Tätig­keits­be­richt vor.

Der Umgang mit Beschwer­den ist ein wich­ti­ges Qua­li­täts­merk­mal der Psych­ia­trie und Sucht­be­hand­lung in Lüne­burg.